Wie funktioniert ein Stechen?

12.11.2017

Immer wieder kommt es in einem Wettspiel vor, dass 2 oder mehr Spieler das gleiche Ergebnis erzielt haben. Je nach Spielform und Preiskategorie sind das Brutto- oder Nettopunkte bzw. Brutto- oder Nettoschläge.

In diesen Fällen erfolgt ein Stechen. Bei Clubmeisterschaften wird im GC Dillenburg um den Titel des Clubmeisters oder des Vizeclubmeisters traditionell auf den Bahnen 1 und 18 so lange gespielt, bis ein Sieger feststeht (Sudden Death). Diese Form des Stechens muss aber in der Ausschreibung vorher festgelegt sein.

In allen anderen Fällen entscheidet das Auswertungsprogramm nach einem vorher festgelegten Schlüssel über die Platzierungen. Dann sehen Sie je nach Situation in den Ergebnislisten zum Beispiel folgende Einträge:  

Pl.Name, VornameClubHCP.Brutto
1Spieler ADillenburg5,426
*Spieler BDillenburg3,226
3Spieler CDillenburg8,723
**Spieler DDillenburg11,523

 

In diesem Beispiel hat Spieler A gegenüber Spieler B im Computerstechen gewonnen, was durch den Stern (*) angezeigt wird. Zwischen Spieler C und D hat auch das Stechen keinen Sieger ergeben, ersichtlich aus dem Doppelstern (**).

Nach welchem Prinzip ermittelt eigentlich der Computer den Sieger? In Dillenburg ist folgende Vorgehensweise eingestellt:

Bei gleichen Ergebnissen entscheiden die 9 Bahnen mit den Vorgaben 1, 18, 3, 16, 5, 14, 7, 12, 9. Für Dillenburg handelt es sich um die Löcher 6, 15, 4, 17, 2, 16, 9, 13, 1, siehe Scorekarte.  Sieger im Stechen ist der Spieler, der in der Summe der 9 Bahnen mehr Punkte / weniger Schläge hat.

Besteht weiter Gleichstand, entscheidet die Summe der 6 Löcher mit den Vorgaben 1, 18, 3, 16, 5, 14, dann die der 3 Bahnen mit HCP 1, 18, 3. Ist immer noch keine Entscheidung gefallen, entscheidet das Ergebnis auf der schwerste Bahn mit Vorgabe 1. Der oder die Verlierer im Stechen werden mit * gekennzeichnet.

Haben die Spieler auch das schwerste Loch mit dem gleichen Ergebnis beendet, bestimmt das System per Zufallsprinzip die Reihenfolge der Platzierung, ersichtlich an den 2 Sternen (**).

Bei Mehrrundenwettspielen wie den Clubmeisterschaften wertet das Programm für das Stechen allerdings nur die letzte Runde.

Für diejenigen, die tiefer in die Materie einsteigen wollen: Im Spiel- und Wettspielhandbuch des DGV sind auf den Seiten 155 bis 157 weitere Möglichkeiten des Stechens aufgeführt. Sollten diese zur Anwendung kommen, müsste das natürlich schon in der Ausschreibung mitgeteilt werden. Von daher ist es sinnvoll, ein einziges System anzuwenden, um Fehlerquellen auszuschließen. Eine Ausnahme stellen aufgrund ihrer besonderen Bedeutung, wie eingangs beschrieben, die Entscheidungen um die Titel Clubmeister und Vizeclubmeister dar.     (Theo Schöne)